Das schrieb die WAZ:

 

Bryan Adams eröffnete seine Ausstellung im NRW-Forum

01.02.2013 | 19:15 Uhr

Bryan Adams eröffnete seine Ausstellung im NRW-Forum

 

 

Düsseldorf.   Eigentlich ist Bryan Adams zurzeit als Musiker mit seiner Band auf Tour. Für die Eröffnung seiner Ausstellung "Bryan Adams – Exposed" im NRW-Forum flog der Fotograf Adams am Freitag extra nach Düsseldorf: „Ich bin Bryan. Guten Morgen“. Und: „Sorry, gibt’s hier einen Kaffee?“

Vier Stunden Schlaf sind nicht besonders viel, das gilt auch für einen Rockstar. Und die Pendelei zwischen zwei Kontinenten steckt man mit über 50 auch nicht mehr ganz so locker weg. Eigentlich, erzählt Bryan Adams im NRW-Forum, in dem sich die Journalisten an diesem Freitagvormittag förmlich auf den Blöcken stehen, ist er zurzeit als Musiker mit seiner Band in Los Angeles auf Tour. Für die Ausstellungseröffnung flog er extra nach Düsseldorf. Und so ist es ein ruhiger, gänzlich unaufgeregter Star mit Gel-Scheitel und Lebensfurchen, der sich da dem Publikum in seinem Zweitjob als Fotokünstler vorstellt: „Ich bin Bryan. Guten Morgen“. Und: „Sorry, gibt’s hier einen Kaffee?“

„Danke für die Einladung“, sagt Bryan Adams auch, zweimal sogar. Einmal zu Werner Lippert und Petra Wenzel vom NRW-Forum; für den 1959 geborenen Kanadier und Wahl-Briten ist es eine der größten Ausstellungen überhaupt. Das zweite Mal bedankt er sich kurz darauf bei einer Kollegin. Ob er in Düsseldorf Karneval feiere, will die Fernsehjournalistin wissen. Adams winkt ab. Mit einem Mal sieht er noch ein bisschen müder aus. „Morgen fahre ich zurück nach London.“ Dennoch: „Danke für die Einladung.“

Rund 150 Fotografien sind zu sehen, die meisten zeigen Musikerkollegen wie Amy Winehouse, Lana Del Rey und Schauspieler wie Mickey Rourke und Danny Trejo. Es gibt Hochglanzporträts, aber auch Charakterbilder, Nähe und private Augenblicke inklusive. Aber Adams stellt auch eine Serie neuer Arbeiten vor, die er von Afghanistan-Heimkehrern festhielt: Bilder von schockierender Härte, auf denen Kriegsversehrte für den Künstler posierten. „Ich bewundere ihren Optimismus, die Fähigkeit, nach vorn zu blicken. Das Leben geht weiter, so ist es.“

Zehn bis zwölf Jahre fasst die Schau in drei Ausstellungssälen zusammen. „Beim Rundgehen habe ich mich erinnert, wie viel Arbeit das war.“ Was den Künstler an der Fotografie fasziniert? „Dasselbe wie an der Musik. Dass wir etwas aus dem Nichts erschaffen.“

Ausstellungen
Hauptstadt der Fotografie

Düsseldorf - Hauptstadt der Fotografie! Diesen Titel gilt es zu verteidigen, wenn am 2. und 3. Februar alle Augen auf die gesamte Bandbreite der Lichtbildkunst gelenkt werden sollen. Der Erfolg des ersten „Düsseldorf Photo Weekend“ hat Organisator Werner Lippert zu einer Fortsetzung beflügelt.

Nach einer runden halben Stunde ist es genug. „Noch Fragen?“ , erkundigt sich Bryan Adams höflich. Zwischendurch bimmelt sein Handy. Ein überaus spießiger Klingelton. Adams drückt das Gespräch weg: „My Mother“. Sein Grinsen wird noch ein wenig breiter. Damit hat er sogar die Queen in Grund und Boden gelächelt und ihr so auf einem Foto ein herzliches Lachen entlockt. Und das schafft nun wirklich nicht jeder.



NRW Forum 2013 Düsseldorf

Bryan Adams - Exposed

 

Fotografien

 

Es ist Sonntag. Das NRW Forum ist gut gefüllt. Ich betrete diese Ausstellung jetzt zum dritten mal, an verschiedenen Tagen. Mein Eindruck ist, das Interesse steigt.

Diesmal habe ich mir vorgenommen, auch ein wenig zuzuhören, worüber die Leute so vor den Arbeiten reden. Gibt es eine Grundstimmung?

 

Ich denke, die gibt es. Es wird bewundert, diskutiert, gelächelt, gestaunt & geschmunzelt.

Unverständnis oder "Wie blöd ist das denn!" Ausrufe sind mir entgangen.

 

Klar, die klassischen Schwafler, die Ihr Gegenüber mit echtem oder aufgeblähten "Hintergrundwisse" zusabbeln, sind natürlich auch wieder da. Mensch, wie wenig hab`ich Euch vermisst ;D.

 

Ich möchte noch schnell bemerken, dass ich den Teil der Ausstellung, der den Afghanistansoldaten gewidmet ist ( siehe auch Text oben) hier ausser Acht lassen möchte.

Das gebührt der Respekt & ich denke, diese Arbeiten muß man sehen, um Ihnen halbwegs gerecht zu werden. Ich bitte um Euer Verständnis.

 

Nun mal los. Ihr seid sicher schon neugierig :D. Wir gehen gemeinsam in Richtung des ersten , großen Raumes.

Die Leute um mich herum, in jeder Altersklasse. Vom Kind bis zum Senior, alles vorhanden.

Das erste Bild hängt allein und jeder muß daran vorbei. Also das Aushängeschild, der erste Eindruck.

Ein Portrait von Michael Shannon NY 2012.

Sein geliges Männerhaar wird von ihm persönlich nach hinten gekämmt.

Selbstzufrieden.

Mein erster Gedanke war:" Warum will er, Bryan, dass wir diesen schleimigen Typen als Representanten seiner Ausstellung wahrnehmen?"

Falls einer von Euch, Bryan Adams mal treffen sollte, fragt ihn bitte von mir?

 

Kurz gesagt, ich hätte Ihn da nicht hingehangen ;D

 

Mir fällt Bryan Ferry ins Auge. Er guckt, ernst, verträumt ins Nirgendwo. Tausend mal gesehen. Langweilig.

 

Ein paar Schritte weiter ein Großformat in sw. Jared Leto L.A. 2010.

Bryan hat ihn vor eine Felswand postiert. Er hält eine billig aussehende, mit Glitzeraplikationen besetzte Stickjacke!? über den Kopf.Ihr dürft Euc an dieser Stelle, einen entsetzten Gesichtsausdruck vorstellen.

Das wirkt leider bestenfalls hilflos.Dieses Teil hätte meiner Oma gehören können ;D

 

Aber Achtung. Haltet Euch fest. Es geht auch anders. Jetzt kommt eine meiner Lieblingsfotografien in dieser Ausstellung:

 

Daphne Guinness London 2010. SW Großformat horizontal.

Sie schreitet von links ins Bild. Aufrecht, edel. knielanges Kleid, High Heels, schwarzes, schlichtes Cape.

Sie läuft auf der Strasse. Im Hintergrund eine grobe Steinwand. Typisch englisch.

Okay, das ist noch nicht sonderlich aufregend - aber - auf dem Kopf trägt sie einen überdiminsionalen,schwarzen Langhaarpuschel ( Gott, wie soll ich das Ding nur beschreiben? ;D ) Weit über schulterbreit und erinnert entfernt an ein großes Mikrofon mit Windschutz.

Ich rede mich hier wieder mal um Kopf und Kragen. NEIN, das sieht NICHT albern aus.

Es ist einfach very unique & trotzdem unprätentiös. Schlichtweg Wun der schön.

Ums Eck noch einmal > D. Guinness. SW Portrait London 2012.

Studioaufnahme? Sie trägt transparente schwarze Spitze, ohne dabei billig zu wirken. Stark im Kontrast.

Auf dem Kopf ein Konstrukt, welches entfernt an Hasenohren erinnert. Ebenfalls Spitze. Die Hände links und rechts ans Gesicht gelegt. Keinesfalls albern. Das hat was!

 

 

 

 

 

 

 




Das schreibt die Pforzheimer Zeitung am 25.9.12:

 

Andreas Gurskys neueste Werke im Museum Kunstpalast Düsseldorf

Ist er Fotograf, Fotokünstler oder Maler-Fotograf mit dem Computer? Andreas Gursky ist auf jeden Fall ein Grenzgänger – und mit Preisen von bis zu einer Million Euro der weltweit teuerste Künstler im Bereich der Fotografie. In Düsseldorf, wo der in Leipzig geborene Fotostar seinen internationalen Siegeszug begann, zeigt er seine neuesten Arbeiten.

 

Die zehn teilige Bangkok-Serie von 2011 hat mit Fotografie nur noch entfernt zu tun. Als Vorlage dienten Gursky von einem Bootsteg gemachte Aufnahmen des durch die thailändische Hauptstadt fließenden Stroms Chao Praya. Nun hängen die Wasserbilder als abstrakte Riesenformate an den Wänden des Museums Kunstpalast, und man muss schon nah herangehen, um den kloakigen Fluss als Ursprung zu erkennen.

Der Grenze zur Malerei ist Gursky (57), der nicht umsonst an der renommierten Düsseldorfer Akademie Professor für Freie Kunst ist, mit seiner digitalen Fotokunst ganz nahe gekommen. „Die Bangkok-Bilder sind wohl das malerischste, was ich jemals gemacht habe“, sagt er. Der müllstrotzende Fluss verwandelt sich dank Gurskys Geschick am Computer zu abstrakten Kompositionen mit gelb-violetten und schwarz-weißen Lichtspielen.

Mit der informellen Kunst amerikanischer Maler wie Clyfford Still oder den vertikalen Linien eines Barnett Newman werden die Computer-Gemälde Gurskys verglichen. Gursky nimmt aber nie einen Pinsel zur Hand, er spielt am Computer mit der Formensprache der Malerei von den biblischen Kompositionen der Alten Meister bis zur Gleichzeitigkeit der Perspektiven wie bei Picasso.

Wie oft bei Gursky muss man die Bilder aus der Ferne und von ganz nah betrachten. Winzig klein, wie ironische Nadelstiche des Künstlers schwimmen Tüten, Puppen, Autoreifen, Plastikflaschen und Smileys mit großen Augen auf dem unruhigen Wasser – digital hineinmontiert.

Rund 60 Arbeiten hat Gursky eigenhändig für seine Überblickschau ausgesucht. Die globale Reise führt von Mülheim an der Ruhr in den 80er-Jahren bis zu Massenaufmärschen in Nordkorea. Schon bei der „Ocean“-Serie mit Satelliten-Aufnahmen der Ozeane und Kontinente als Vorlage, besonders aber im Bild „Antarctic“ (2010) spielt Gursky mit Fakten und Fiktionen. Wie Zuckerwatte auf schwarzem Grund sieht der Eisberg aus. Aus der Nähe sind Erhebungen, Ausfransungen und Nebelschwaden gestochen scharf ins Bild gesetzt. Seit den 90er-Jahren gibt es kein Bild mehr von ihm, was nicht digital bearbeitet ist.

Fotografien mit Botschaft

Dennoch sieht sich Gursky weiter als „Fotokünstler“, dessen Motive fast immer auf visuellen Erlebnissen basieren. Klar, er habe auch Botschaften. In seinem neuesten Bild „Katar“ (2012) sitzt schemenhaft ein kleiner Arbeiter hinter einer milchigen Plane in einem goldfarbenen Flüssiggastank, der wie ein glitzernder Gold-Tresor. Das lässt die Assoziationen über die Abhängigkeit von Rohstoffen zu. Aber Bilder allein mit Botschaften seien bald nicht mehr brauchbar, meint Gursky. „Meine Bilder sind für die Ewigkeit.“ Zumindest physisch haben Gurskys Werke Chancen auf Langlebigkeit. Er lässt sie mit Silikon direkt auf Acrylglas schweißen.

Autor: Dorothea Hülsmeier

 


Gursky – oder wenn die Realität zu profan ist um gezeigt zu werden

 

Heute zu Gursky ins Museum Kunstpalast in meiner Stadt > Düsseldorf.

Zur Begrüßung gibt`s 40 Minuten Schlange stehen. Leider auch für ältere Herrschaften. Keine Sitzgelegenheiten. Art Card Besitzer kommen leider nicht schneller rein. Mieser Service.

 

Das ist kein schöner Einstieg aber ich bin gewillt mir das an zu tun.

Vorweg: Ich habe bis dato nicht mehr von Gursky gekannt und gesehen als eine TV Reportage vor ca. einem Jahr. Ich erinnere mich gut, wie verärgert ich war. Aber – da ist auch etwas in seiner sachlich, kühlen Ästhetik was mich anspricht und sich auch in meinen Arbeiten findet.

 

Also Ausgangspunkt: zwiespältig bis missmutig & die Frage im Hinterkopf: „Warum schau ich mir das überhaupt an?“

 

Ich erwarte optische Manipulation bis zum Abwinken und Bildbearbeitung bis an die Schmerzgrenze. Meine Schmerzgrenze!

 

Ich behalte die Frage im Hinterkopf, was bliebe übrig, wenn man Herrn Gursky seinen ganzen Hightechkram wegnehmen würde?

DAS würe mich interessieren! Nun, ich kann ihn leider nicht fragen.

 

Aber ich kann seine Arbeiten betrachten und wie gesagt, nach 40 Minuten bin ich drin im Gursky Tempel.

 

Nach wenigen Minuten war mir klar, das mir mein Fotografenblick hier den Spaß rauben würde. Bei den Arbeiten „Uha Trang“ 2004 & „Beelitz“ 2007 tanze ich vor dem Riesenformat herum und suche die „Nähte“ >>> Leider fand ich sie auch.

Also drei Schritte zurück und alles war wieder gut.

 

Eine Empfehlung, die Euch durch die gesamte Ausstellung begleiten sollte. Das ist der Rhythmus für Gurskybilder. Ran mit der Nase und der Lupe und dann, drei Schritte zurück und manchmal staunen.

 

So „genießt“ Ihr zwei Ausstellungen in einer ;D

 

Einmal die Wucht der Größe des Formats und der gigantischen Menge an Informationen die einen fast erschlägt ( nicht in allen Arbeiten) & ein anderes mal die Neugierde sich die Details genauer zu betrachten nur um herauszufinden, ob sich dieser riesige Aufwand gelohnt hat.

Da geht es zu wie im Wimmelbuch.

 

Als äußerst gelungenes Beispiel für diese Wirkung möchte ich Euch hier „Chicago Board Trade“ 1999 ans Herz legen. Knallbunte Börsenaction. Man meint den Lärm der Akteure förmlich zu hören! Da kann man schon mal 10 Minuten verweilen und findet immer wieder etwas neues, spannendes. Leider auch eine etwas merkwürdige Perspektive auf der rechten Seite.

 

Im Gegensatz dazu die Fotografie „Tokio Börse“ 1990. Dort könnt ihr Euch dann wieder entspannen. Die Asiaten haben ganz offensichtlich ein völlig anderes Temperament. Geradezu meditativ, gesittet geht es da zu.

 

Als ein weiteres Beispiel könnte „Frankfurt“ 2007 herhalten.


Raumübergreifendes Format. Auf den ersten Blick war ich sofort beeindruckt. Kontrast, Farbbrillanz & Raumaufteilung. Die paar Menschen im unteren Viertel des Bildes wirken wie starre Statisten, die erdrückt werden von der Informationsflut, die sich über ihren Köpfen abspielt. Ein düsteres Bild vom global playing ohne Anzugträger!


 

Ich gebe Euch jetzt noch meine persönlichen Lieblinge auf den Weg. Und diejenigen, die meine Arbeiten kennen, werden das prompt nachvollziehen können.

 

Das kleinformatige Werk „Gasherd“ 1980. Becher`s lassen grüßen.

Das wunderbare mittelgroße „Prada“ 1997. Aber das, ohne Schuhe bitte.

 

Sowie „V&R“ 2011. Eine Fashionfotografie, bestechend durch Licht, Farben, Formen und Rhythmus.


Und für alle die es ein bisschen „gaga“ ala "Escher" mögen, sei die Arbeit „Beiging“ 2010 empfohlen. Wild verschachtelte Architektur in schwarz, grau & rot.

 

Ach ja und last but not least „Bahrain“ 2005. Sicher ein Publikumsliebling! Es wird Euch blitzschnell verführen mit seinem geschwungenen Art deco Charme.

 

Aber Obacht!

Da ist sie wieder, die Manipulation zu Gunsten der Wirkung.

 

Was soll ich abschließend sagen. Irgendwie sind diese Arbeiten ein Kind unserer Zeit. Ein bisschen Werbeoberfläche, Plastic world und mehr Schein als Sein. Ja, eine gewisse Sterilität aus der Statik heraus.

 

Gursky sprach in einem Interview einmal seinen eigenen Arbeiten keinerlei Authentizität zu.Ihm reiche es schon, zu zeigen das da „etwas gewesen ist“.

 

Nur der kleine „Gasherd“ von 1980 hat mein Herz wirklich erobert.


Ob das nun gegen mich oder für Herrn Gursky spricht, dürft Ihr selbstverständlich selbst entscheiden.

 

Auch hier, hat Kunst mir wieder mal weh getan. Nur nicht im positiv, inspirierenden Sinne.

 

Aber das ist meine subjektive Meinung.


 

Du warst auch da! Dann schreib uns hier Deine persönliche Sicht auf Gursky im Kunstpalast von Düsseldorf.

 

Danke!

 


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Foto: the artist, courtesy Maureen Paley, London, 2012
Foto: the artist, courtesy Maureen Paley, London, 2012

Das schrieb die RP am 6.9.12

 

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt ab dem 8. September Werke der britischen Videokünstlerin Gillian Wearing. Es ist die deutschlandweit erste repräsentative Einzelausstellung über die 48-Jährige. Ihre Filmsequenzen und Fotos entführen den Betrachter in eine absurd bis beklemmend wirkende Welt.

 

 

In der Ausstellung sind rund 40 filmische Arbeiten der Künstlerin aus der Zeit von 1992 bis heute zu sehen. Wearing gehört neben Damien Hirst und Tracey Emin zur Generation der erfolgreichen "Young British Artists".

Bekannt ist vor allem ihre 60-Minuten-Videoperformance, in der 26 Freunde in britischen Polizeiuniformen eine Stunde lang für ein Gruppenfoto schweigend ausharren sollen. Die Protagonisten machen aber ständig winzige Bewegungen, so dass sich mit der Zeit jegliche Disziplin auflöst. Für den Film erhielt Wearing 1997 den renommierten Turner Prize.

Verstörend sind die fotografischen "Selbstporträts", für die Wearing mit Hilfe von Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett höchst realistische Silikonmasken von Verwandten und bekannten Künstlern wie Andy Warhol oder Robert Mapplethorpe herstellen ließ. Diese stülpte sie sich über, so dass nur noch ihre eigenen Augen ihre eigene Identität verraten.

 

Bereits in den 90er Jahren setzte Wearing Menschen Masken auf, um sie vor der Kamera über ihre Gefühle sprechen zu lassen. Später sind in ihren Videofilmen die Stimmen von Kindern zwischen 10 und 16 Jahren zu hören, die über teils traumatische Erlebnisse berichten, während auf der Leinwand Erwachsene posieren.

Mit ihren unkommentierten Filmen erschüttert Wearing die Betrachter und überlässt ihnen die Interpretation. "Ich glaube an das Publikum", sagt die Künstlerin. Die Protagonisten ihrer filmischen Arbeiten - zumeist sind es Laien - kehren durch die subtilen Aufgaben, die ihnen Wearing stellt, ihr Innerstes nach außen.

Den Durchbruch schaffte Wearing Anfang der 90er Jahre mit einer Fotoserie von Passanten auf der Straße, die auf ein weißes Blatt Papier eine kurze Botschaft schreiben sollten. Zu den Klassikern dieser Serie zählt das Foto eines freundlich blickenden jungen Bankers im Anzug, der auf sein Schild schrieb: "I'm desperate" (Ich bin verzweifelt). Das Bild zeigt drastisch die Kluft zwischen äußerer Fassade und seelischem Zustand.

Die Wearing-Ausstellung ist bis zum 6. Januar im K20 am Grabbeplatz zu sehen

Quelle: lnw





In your face !!!

 

Ich habe mir diese Ausstellung ohne Vorkenntnisse dessen, was mich dort erwartet angesehen. Ich wusste nichts über die Künstlerin. Besser gesagt - Ich habe über weite Strecken dieses "Besuchs" sicher geglaubt, es mit einem männlichen Künstler zu tun zu haben.

 

Vielleicht wieder mal ein Fall von dämlichen, eigenen Voruteilen oder Rollenbildern von denen sich leider keiner von uns frei sprechen kann.

 

Aber das hat ehrlich gesagt, die Wucht dieser Ausstellung nur verstärkt.

 

Vielleicht kennt ja jemand den Ausspruch "Kunst muß weh tun" Meiner Meinung nach, darf man diese Aussage im Fall von Gillian Wearing ausnahmslos anwenden!

 

Und dafür kann ich mich hier nur herzlich bei dieser grandiosen Künstlerin bedanken.

Gelangweilt hat mich Kunst in letzter Zeit oft genug. Und das ist noch die positivste Aussage ;D Oft genug war es echte Verärgerung.

 

Aber jetzt wieder zurück zu Wearing.

Diese Ausstellung in Düsseldorf ist nichts für Schöngeister und Weicheier. Sorry für den Ausdruck, aber das ist mein subjektiver Eindruck.

 

Ein Zitat von Gillian Wearing aus dem Jahr 1998 sagt:" Was die Leute als menschliche Maske von sich zeigen (....),weicht offensichtlich deutlich von dem ab,was innen vor sich geht.

Es gibt immer ein Ungleichgewicht und das interessiert mich."

 

Und das, das keine leeren Floskeln sind, bekam ich in fast 2 Stunden im Besten Sinne "um die Ohren geschlagen".

 

Am Anfang lacht man noch. Die nächst Stufe ist peinlich berührt bis verstört sein. Geschockt, verwirrt und entsetzt ist auch noch im Angebot.

Zwischendurch dachte ich bei "drunk" 1999 Dreikanalvideo zu entspannen.

Was sich nur teilweise als wahr erwies. Ja es ist ruhig. es passiert nicht viel. Meditativ dacht ich.

 

Vorsicht!



Denn wer lang genug sitzen bleibt, kommt schnell an bei > Hilfe ich fühle mich wie ein Voyeur und/oder Verstörtheit über so viel ungefilterte Menschlichkeit. davon gibt`s übrigens reichlich. Was einen jeden, nicht völlig verrohten Menschen zwangsläufig auf sich selbst zurück werfen muss!

 

In your face !!!!!

 

Für mich, das Motto dieser, im wörtlichen Sinne bewegende und verstörende Ausstellung.

 

Ich lege sie Euch hiermit ans Herz aber bedenkt > Ihr werdet aus diesen Räumen nicht mehr so herauskommen, wie Ihr herein gegangen seid.

 

 

Zu guter Letzt: Du warst in der Ausstellung und möchtest Dich mit anderen austauschen? Dann kannst Du das hier gerne tun.

 

Danke

 

 


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